Geschichte des Seifensiedens

Eine kurze Geschichte des Seife Herstellens

Bereits die Sumerer 3000 v. Ch kannten eine Art von Seife. Auf einer Tontafel wurde das erste bekannte Seifenrezept in Keilschrift verewigt. Die Rezeptur ist eine Anleitung zum „Kochen“ von Seifen: Die alkalische Pottasche, die man aus verbrannten Pflanzen und H6lzem gewann, wurde mit den Ölen verkocht.

Urn ca. 600 v. Chr. mischten die Agypter Pottasche mit Soda und erreichten so eine starkere Reinigungswirkung. Diese Seife wurde sowohl zur K6rperpflege als auch zum Waschewaschen verwendet. Seife wurde ebenfalls als Medizin zur Behandlung von Hautreizungen und -krankheiten eingesetzt. Die heilende Wirkung, war wohl, dass Seife Schmutz von der Hautoberflache entfemte.
Von den Germanen und Galliern wurde Seife als «Dekoration» verwendet. Seife wurde ais Bleichmittel ftlr Haare eingesetzt. Seifenpomade bot neue M6glichkeiten die Haare zu fnsieren. Diese Brauche wurden von den R6mem tlbemommen. Trotz ihrer hoch entwickelten Badekultur verwendeten die R6mer Seife zur K6rperreinigung €rst ab dem 2. Jahrhundert nach Christus.
Im 7. Jahrhundert verkochten Araber 01 und Lauge miteinander und produzierten so erstmals Seifenstocke ahnlich der heutigen Form.

Im Mittelalter entstanden Zentren, die ftlr ihra Seifensieder bekannt waren. Uber Europa verteilt und auch in der Schweiz gab es sogenannte Seifensiederztlnfte. Die gewerbliche Seifensiederei ist ftlr die Schweiz des
ausgehenden Mittelalters belegt. Basler Zunftregistem aus dem 16. Jh. ,zB. Zunft zur Safran in Basel, fasst s.ich er\tnehmen, doss dos Handwerk gemeinsam mit dem Lichterziehen (Ker2enherstellung) nebenberuflich
von Metzgern betrieben wurde, denen tierischer Unschlitt (Fettabfall) als Rohprodukt zur Verfijgung stcind. Die meist parfumierten Luxusseifen waren allerdings praktisch nur dem Adel vorbehalten. Erst nach und nach wurden Badehauser den normalen Btirgern zuganglich. Mit den Pestseuchen im 14. Jahrhundert fend diese Badekultur ein jahes Ende.

Im 16. Und 17. Jahrhundert galt die «Trockenwäsche» als schick. Es wurden nur trockene Tücher, Parfüm und Puder verwendet. Erst im 18. Jahrhundert wurde Wasser und Seife zur Körperpflege wiederentdeckt.
Quelle: https:// www.planet-wissen.de/gesellschaft/sauberkeit/seife/index.html

Im 19. Jahrhundert erfolgte eine eigentliche Hygienerevolution, die nicht nur Körperhygiene umfasste, sondern sauberes Trinkwasser, aber auch die Entdeckung von Bakterien und Viren bedeutete. Auch heute ist Händehygiene eine wichtige Vorbeugung für das Vermeiden von Übertragung von Krankheitskeimen.

 

 

 

 

 

(Chromolithografie aus dem Werbealmanach der Gebrüder Uhlmann, gedruckt bei Brunner & Cie. in Zürich, 1898; Bibliothèque de Genève, Archives A. & G. Zimmermann) […]

 

Im 19. Jahrhundert erfolgte eine eigentliche Hygienerevolution, die nicht nur Körperhygiene umfasste, sondern sauberes Trinkwasser, aber auch die Entdeckung von Bakterien und Viren bedeutete. Auch heute ist Händehygiene eine wichtige Vorbeugung für das Vermeiden von Übertragung von Krankheitskeimen.

Ende des 19. Jh. kam das Seifensieden in Kesseln über dem offenen Feuer im Zuge der Industrialisierung zum Erliegen. Mit dem technischen Fortschritt entstanden aus Manufakturen leistungsfähige Seifen- und Waschmittelbetriebe, von denen manche bald wieder vom Markt verschwanden, während andere in internationalen Konzernen aufgingen. Das 1834 gegründete Zürcher Familienunternehmen Friedrich Steinfels AG wurde 1993 von der dt. Firma Henkel übernommen. Die engl. Firma Lever Brothers gründete 1898 in Olten die Seifenherstellerin Helvetia, die 1909 zur Savonnerie Sunlight mutierte und 1994 ihre Tore schloss. Die Internationalisierung des Konsumgütermarkts zwang die Schweizer Seifen- und Waschmittelhersteller nach dem 1. Weltkrieg zur Nischenproduktion. Firmen wie die Permatin AG in Stein am Rhein (ab 1919), die Held AG in Steffisburg (ab 1923) und die C. Mettler GmbH in Hornussen (ab 1929) produzieren spezielle Seifenartikel, während die Frenkendorfer Mifa AG (früher Gifa AG) seit 1934 Waschmitteleigenmarken des Grossverteilers Migros herstellt. Das erste Duschbad kam 1957, das erste Duschmittel (Seife an der Kordel) kam 1973 auf den Markt! Gemäss den vom Schweizer Kosmetik- und Waschmittelverband jährlich ausgewiesenen Branchenzahlen wurden 2008 in der Schweiz rund 118’000 t Seifen, Wasch- und Reinigungsmittel an die Haushalte verkauft. Seife im engeren Sinne belegte einen Nischenanteil von 1’296 t im Wert von 11,3 Mio. Franken. Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz (hls-dhs-dss.ch)